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Gott und die Welt

Auschwitz

In diesen Tagen jährt sich zum 78. Mal der Jahrestag der Befreiung vom Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.

Im Rahmen an dieses Gedächtnis habe ich vor einigen Tagen eine Lesung im Hamburger Rathaus gehört. Dort kamen die Kinder der Täter, gesprochen von Schauspie-lern, zu Wort.

Wenn ich mich an meine Jugendzeit zurückerinnere, dann war immer die Frage an meine Eltern, angeregt durch den Geschichtsunterricht: „Wo sind all die Menschen, die das zu verantworten haben? Die sind doch nicht alle verurteilt worden.“ Nach der Frage war es erst ganz still. „Sie sind zu  Teilen noch unter uns!“ Mein Drang nach Antworten ließ mich in der Bibliothek verschwinden und recherchieren.

Ich fand Antworten, die so gar nicht in mein bis dato heiles Weltbild passten. Und ich lernte noch einen Satz: Stell dir vor, du stehst auf einem Berg, du siehst das Licht, die Klarheit und stell dir vor, du kannst bestimmen, welchen Weg du herabgehen willst. Du kannst dich nun entscheiden, welchen Weg dein Leben nimmt – du entscheidest dich für Weg- oder Hinsehen.

Von einem lichten Erlebnis spricht der letzte Sonntag nach Epiphanias. Auf einem Berg sehen die Jünger Jesus verklärt und erkennen: Dies ist Gottes Sohn. „Hier ist gut sein“ sagt Petrus. „Lass uns Hütten bauen.“ Von Gott er-griffen sind sie, wie Mose, den Gott aus dem Feuer anruft, und wie der Seher Johannes auf Patmos. Doch bei einem solchen Erlebnis kann niemand stehen bleiben. Jeder muss in den Alltag zurück, oft genug in das Leid. Aber alle nehmen den hellen Schein mit, der sie ermutigt, weiter in Gottes Licht zu leben.

Und so müssen auch die Kinder der Täter ins Leben zurück und hoffentlich wissen sie, dass sie nicht allein sind.

Ich freue mich über Begegnungen und Orte, dort wo ich „Hütten bauen kann“ – dort wo es keine Ausgrenzung und Verfolgung gibt, dort ist die Wirksamkeit des Reiches Gottes spürbar.

Ihr Franz Sauerteig

Franz Sauerteig, Diakon, Kirchengemeinde Meiendorf-Oldenfelde

040 – 678 8383 sauerteig@meiendorf-oldenfelde.de