Zu diesem wunderbaren Satz, entdeckt in einem Kalender, gehört das Bild eines Schafes. Es liegt auf dem Rücken und blickt zufrieden, alle Viere von sich gestreckt, in den Himmel.
Am Ostermontag haben wir mit vielen Menschen, Klein und Groß, in der Erlöserkirche in Farmsen Tauferinnerung gefeiert. Das ist auch ein himmlischer Perspektivwechsel. Die Bibel erzählt von der Taufe Jesu im Jordan. Der Himmel öffnet sich und Gott spricht: Du bist mein geliebtes Kind. An dir habe ich Freude.
Ich sehe dich. Ich nehme dich wahr. Diese Zusage steht nicht nur über der Taufe, sondern will uns alle stärkend durch unser Leben begleiten. Wir leben davon, mit unserem Namen genannt zu werden, wahrgenommen zu werden mit unserer Persönlichkeit und wertgeschätzt zu sein für das, was wir sind. Das ist die Grundlage für menschliche Würde und ein menschliches Miteinander in aller Verschiedenheit. Wer selbst um sein Ansehen weiß, muss anderen nicht ihr Ansehen nehmen.
In einem meiner Lieblingsbücher von John Irving, Gottes Werk und Teufels Beitrag, lässt Dr. Wilbur Larch, der ein Waisenhaus in Maine leitet, die biblischen Worte auf besondere Weise lebendig werden. Jeden Abend spricht er seinen Abendsegen für die dort lebenden Kinder: „Gute Nacht!“, pflegte er zu rufen. „Gute Nacht, ihr Prinzen von Maine, ihr Könige Neuenglands!“ Und für einen Augenblick sind all` diese Kinder Prinzen und Könige. Aus diesem kleinen Ritual spricht eine große Wertschätzung für jede und jeden einzelnen.
Also: Einfach mal die Perspektive wechseln und den Himmel (wieder) sehen,
… vielleicht ja beim großen Tauf(erinnerungs)fest der vier Gemeinden des Kirchengemeindeverbands Rahlstedt am Pfingstsonntag, 24. Mai, 11 Uhr, vor der Alt-Rahlstedter Kirche.
Pastorin Corinna Claussen